16.03.2026 Frühlingstrugschluss: Warum das aktuelle Wetter für unsere Bienen ein Risiko ist
Zurzeit ist das Wetter alles andere als ideal für die Entwicklung der Bienenvölker. Genauer gesagt: Die vorangegangene Schönwetterperiode erweist sich im Nachhinein als eher negativ. Nach der langen Phase mit „T-Shirt-Wetter“ haben die nun herrschenden tiefen Temperaturen einen massiven Einfluss auf die Völker.
Das Problem mit dem Drohnenbau
Nach dem phänologischen Kalender signalisiert das Blühen der
Traubenhyazinthen eigentlich die Erweiterung des Brutnests mit Drohnenwaben.
Doch bei der aktuellen Kälte werden die Bienen keine Leerrahmen zu Drohnenwaben
ausbauen. Stattdessen belegen sie vorhandene Drohnenzellen oder funktionieren
sogar Arbeiterzellen um. Für die Varroa-Kontrolle
ist das ein Nachteil: Es ist wesentlich effizienter, die Drohnenbrut
ein- bis zweimal durch das Ausschneiden ganzer Rahmen zu entnehmen. Muss man
stattdessen „hier und da“ Stücke wegschneiden, ruiniert das auf Dauer das
Wabenwerk.
Fehlende Erneuerung des Wabenbaus
Aus demselben Grund ist es derzeit unmöglich, schlechte Waben oder Pollenbretter
durch Mittelwände zu ersetzen. Die Bienen dehnen ihr Brutnest zwangsläufig auf
das alte Wabenwerk aus. Die Folge: Diese Waben können später nicht mehr ohne
Brutverlust entnommen und ersetzt werden.
Wenn der Futterstrom abreisst
Die tiefen Temperaturen stoppen den „Futterstrom“. Was es theoretisch an
Tracht gäbe (Kornelkirsche, Salweide etc.), kann bei dieser Kälte nicht
beflogen werden – sofern überhaupt Nektar produziert wird.
Ein solcher Abriss des Futterstroms hat Folgen:
·
Die Königin wird bei der Eiablage gebremst. Im schlimmsten Fall
wird die vorhandene Brut ausgefressen.
Sinkt das Thermometer weiter, ziehen sich die Bienen zur Traube zusammen.
Randbereiche der Brut können dann nicht mehr gewärmt werden und sterben ab. Zudem
können knappe Vorräte unerreichbar werden, da die Bienen sich nicht mehr von
der Traube weg bewegen können.
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